SPD ignoriert Bürgerwillen bei Verkehrsberuhigung der Hauptstraße

Zu schnelles Fahren ist in Elze auf bestimmten Straßen ein Problem; vor allem in den Abendstunden. Um die Aufenthaltsqualiät und die Sicherheit auf der Hauptstraße zu erhöhen, wurde vom Planungsbüro Pabsch im Rahmen der Straßensanierung eine Aufpflasterung vorgeschlagen.

In der Bauausschusssitzung am 20.08.26 entschieden sich die Mitglieder des Fachausschusses nach Präsentation durch Büro Pabsch, langer öffentlicher Diskussion und Zustimmung durch den anwesesenden Sanierungsbeirat für eine Verkehrsberuhigung der Hauptstraße im Bereich der Mühlenstraße durch eine Aufpflasterung in Höhe von 6 cm (zum Vergleich: vor der Rathaus ist die Aufpflasterung 8 cm hoch).

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde dieser Beschlussvorschlag bekanntermaßen im Verwaltungsausschuss abgelehnt und verändert.

In der abschließenden Ratssitzung plädierte die SPD für ihr neues Modell: Farbmarkierung statt Aufpflasterung. Diese Lösung wurde von den anwesenden Ratsmitgliedern allerdings nicht angenommen. Die Kritiker dieser Variante bemängelten, dass farbliche Markierungen nicht die Geschwindigkeit reduzieren.

Ohne Vorbereitung durch einen Stadtplaner, ohne weitere Informationen, Bilder, Daten und Fakten kam von Diane Thiesemann (SPD) der Vorschlag, anstatt der Aufpflasterung ein lauteres Pflaster zu verwenden. Das wäre toll und würde Raser abschrecken.

Einwände mehrerer Ratsmitglieder, man könne doch ohne weitere Fakten, ohne Kenntnis des Materials, ohne die Beurteilung eines Planers zur Sinnhaftigkeit des Vorschlags und vor allem gegen den Willen des Sanierungsbeirats einfach eine vollkommen neue Lösung ins Spiel bringen, wurden von der SPD ignoriert, die dann geschlossen für die aus dem Hut gezauberte Variante stimmte.

Die Aufpflasterung ist damit vom Tisch. Vielleicht auch die Möglichkeit, die Verkehrskommission des Landkreises zu einer Tempo 30-Lösung im Bereich der Hauptstraße zu bekommen.

Die anwesenden UWE Ratsmitglieder waren für die Aufpflasterung; wegen der zwangsweisen Reduzierung der Geschwindigkeit und weil diese es für den Schwerlastverkehr unattraktiver machen würde, durch die Innenstadt zu fahren.

Die gute Möglichkeit, bei der Sanierung der Hauptsraße auch gleich den Schwerlastverkehr zu reduzieren, wäre vertan.

Eine Recherche hat ergeben, dass Geräuschpflaster Lärm hautsächlich für die Anwohner produziert, die Geschwindigkeit aber nicht reduziert.

Fazit für die Praxis

  • Lauteres Pflaster verfehlt das Ziel der Verkehrsberuhigung meistens. Es erhöht lediglich die Lärmbelastung der Anwohner, ohne Raser effektiv zu stoppen.
  • Aufpflasterungen sind hochwirksam, um die Geschwindigkeit an Gefahrenstellen (z. B. Fußgängerüberwegen) gezielt zu senken. Auf Hauptstraßen müssen sie jedoch so konstruiert sein, dass der Linienverkehr und Rettungsfahrzeuge sie ohne Verzögerung passieren können.